Saison 2018






Sonntag 28. Oktober 2018, 19 Uhr
Wallfahrtskirche Mariä Krönung, Oberried


  • GermanEcheverriChamorro K4 320x320
Italienische Souvenirs

Germán Echeverri Chamorro | Violine
Karoline Echeverri Klemm | Violine
Annekatrin Beller | Violoncello
Sebastian Wienand | Cembalo


Der Musikalische Garten zu Gast in Oberried
mit Musik von Giuseppe Antonio Brescianello, Arcangelo Corelli, Francesco Geminiani, Giacomo Conti und Antonio Vivaldi

Der Musikalische Garten besticht durch ein „völlig natürliches und unaffektiertes, klangschönes, dabei lebendiges und überaus lustvolles Musizieren“ (BR Klassik) und hat sich längst als eines der vielversprechenden jungen Barockensembles der Alte Musik-Szene einen Namen gemacht. Das Ensemble, dessen Musiker sich an der Schola Cantorum in Basel kennengelernt haben, ist mittlerweile Preisträger fünf internationaler Wettbewerbe und hat bereits drei CD´s aufgenommen. Der Musikalische Garten war zu Gast u.a. bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und dem Händel-Haus Halle. Mit den Concerti à tre des italienischen Violinvirtuosen Giuseppe Antonio Brescianello bringt das Ensemble auf seiner dritten und vierten CD-Einspielung einen lange vernachlässigten musikalischen Schatz zum Klingen. Brescianellos 12 Concerti à 3, vermutlich vor 1715 in Italien komponiert, sind als komplettes Set in der Bibliothek des Conservatorio Statale di Musica Luigi Cherubini in Florenz überliefert. Heutzutage würden wir diese 12 Concerti à tre eher als Trio-Sonaten für zwei Violinen und Bass bezeichnen, doch im Sinne der barocken Musizierpraxis 18.Jahrhunderts handelt es sich hier um waschechte „Concerti“. Offensichtlich waren diese 12 Concerti nicht nur Gelegenheits-Musik, die sich zufällig als Sammlung erhalten hat, sondern angesehene Werke eines im 18.Jahrhundert bewunderten Komponisten. Die bewusst kalkulierte Abwechslung innerhalb der Concerti deutet auf die Konzeption dieser Werke als zusammengehörige Sammlung hin. Ein weiteres höchst interessantes und unbekanntes Werk der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, welches auf der zweiten CD des Ensembles mit Triosonaten aus der Basler Sammlung Lukas Sarasin zum Klingen gebracht wurde, ist die Sonate von Giacomo Conti. Seine zweisätzige Triosonate mit einem sehr effektvollen, fast schon romantisch anmutenden langsamen Satz entstand vermutlich vor 1786 in Norditalien. Conti wirkte am russischen Hof in St. Petersburg und ab 1793 in Wien als Orchesterleiter der italienischen Oper. Bekanntere Komponisten im Konzertprogramm sind Arcangelo Corelli und Francesco Geminiani, die zu Lebzeiten zu den bedeutendsten italienischen Meistern des Concerto grosso gehörten, sowie Antonio Vivaldi, der eigentliche Protagonist der barocken Concerto-Mode, mit dessen hoch virtuoser Follia aus seinem Op. 1 das Konzert ausklingt.